Sehschule: was Eltern erwartet
5 Min. Lesezeit · Aktualisiert 2026-08-18
Die Sehschule ist die orthoptische Sprechstunde für Kinder: Hier wird geprüft, ob beide Augen zusammenarbeiten. Wir bieten sie an jedem Werktag an – hier lesen Sie, was Sie und Ihr Kind erwartet.

Was ist eine Sehschule?
Die Sehschule ist keine Schule und kein Training im Klassenzimmer, sondern die Spezialsprechstunde für das beidäugige Sehen. Geführt wird sie von der Orthoptistin, der Fachperson für Schielen, Schwachsichtigkeit und Störungen der Augenbewegungen. Sie arbeitet eng mit dem Augenarzt zusammen, der Diagnose und Therapie festlegt.
Wann ist ein Termin sinnvoll?
- Das Kind schielt, dauerhaft oder zeitweise.
- Es hält den Kopf schief oder kneift ein Auge zu.
- Ein Auge sieht schlechter als das andere.
- Kopfschmerzen, Leseprobleme oder rasche Ermüdung bei Naharbeit.
- Schielen, Schwachsichtigkeit oder starke Fehlsichtigkeit in der Familie.
- Als Vorsorge vor dem Kindergarten- oder Schuleintritt.
Der Ablauf Schritt für Schritt
Wir beginnen mit dem Gespräch: Schwangerschaft und Geburt, Entwicklung, Beobachtungen im Alltag und Augenerkrankungen in der Familie. Danach folgt die eigentliche Untersuchung, angepasst an Alter und Tempo Ihres Kindes.
- Sehschärfe: mit Bildern, Zahlen oder Buchstaben, bei Babys über das Blickverhalten.
- Abdecktest: prüft, ob und wie stark ein Auge abweicht.
- Augenbeweglichkeit: die Augen folgen einem Ziel in alle Richtungen.
- Räumliches Sehen: Tests mit Polarisationsbrille zeigen, ob beide Augen ein gemeinsames Bild bilden.
- Refraktion: die Brillenstärke wird berührungslos gemessen, bei kleinen Kindern mit dem Plusoptix aus rund einem Meter Distanz.
- Augenärztliche Untersuchung: vorderer Augenabschnitt und Augenhintergrund, meist nach erweiternden Tropfen.
Dauer, Tropfen und Kosten
Planen Sie 45 bis 90 Minuten ein. Werden Tropfen zur Pupillenerweiterung eingesetzt, kommt eine Wartezeit von etwa 30 Minuten dazu, bis sie wirken. Danach sieht Ihr Kind einige Stunden in der Nähe unscharf und ist lichtempfindlich.
Die Sehschule ist eine Pflichtleistung der obligatorischen Grundversicherung und wird nach Tarmed abgerechnet. Für Kinderbrillen bestehen bis zum 18. Lebensjahr gesetzliche Beiträge.
So gelingt der Termin entspannt
- Einen Zeitpunkt wählen, an dem Ihr Kind ausgeschlafen ist.
- Zu Hause spielerisch erzählen, dass jemand in die Augen schaut – ohne Piks und ohne Schmerzen.
- Brille, Berichte und Versichertenkarte einpacken.
- Sonnenbrille oder Mütze für den Heimweg nach den Tropfen mitnehmen.
- Nach dem Termin nichts Anspruchsvolles planen – Lesen und Bildschirmarbeit fallen für ein paar Stunden schwer.
Häufige Fragen zum Thema
Wie oft muss mein Kind in die Sehschule?
Das hängt vom Befund ab. Bei einer laufenden Amblyopie-Behandlung sind Kontrollen alle paar Monate üblich, bei einem unauffälligen Befund reicht meist eine Kontrolle vor dem Schuleintritt.
An welchen Tagen findet die Sehschule statt?
Wir bieten die Sehschule an jedem Werktag an. Termine vergeben wir zeitnah – am schnellsten telefonisch unter 044 251 11 21.
Tut die Untersuchung weh?
Nein. Alle Tests sind berührungslos oder spielerisch. Einzig die Augentropfen brennen für wenige Sekunden leicht.