Kinderbrille: worauf Eltern achten sollten

5 Min. Lesezeit · Aktualisiert 2026-08-18

Eine Kinderbrille korrigiert nicht nur die Sehschärfe – sie ist oft die wichtigste Behandlung gegen Schielen und Schwachsichtigkeit. Damit sie wirkt, muss sie exakt gemessen, gut angepasst und wirklich getragen werden.

Junge probiert seine erste Kinderbrille an, während die Augenärztin den Sitz der Fassung anpasst

Wann Kinder eine Brille brauchen

Kinder sind von Natur aus leicht weitsichtig, das ist normal und braucht keine Brille. Eine Korrektur ist nötig, wenn die Fehlsichtigkeit das Sehen oder die Sehentwicklung beeinträchtigt.

  • Ausgeprägte Weitsichtigkeit, besonders in Verbindung mit Einwärtsschielen.
  • Kurzsichtigkeit, die das Erkennen an der Wandtafel oder im Freien einschränkt.
  • Hornhautverkrümmung, die zu unscharfem und verzerrtem Sehen führt.
  • Deutlich unterschiedliche Werte beider Augen – auch ohne Beschwerden, weil sonst eine Amblyopie droht.

Warum die Stärke mit Tropfen gemessen wird

Kinder können ihre Augenlinse sehr stark scharf stellen und überdecken damit eine Weitsichtigkeit. Ohne Tropfen fällt die gemessene Stärke deshalb regelmässig zu schwach aus.

Die Tropfen schalten die Naheinstellung für einige Stunden aus. Erst dann zeigt die Messung die tatsächliche Brillenstärke – Grundlage für ein Rezept, das die Sehentwicklung wirklich unterstützt.

Die richtige Fassung

  • Der obere Fassungsrand sollte auf Höhe der Augenbrauen liegen, die Augen mittig in den Gläsern sitzen.
  • Die Fassung darf nicht auf der Nase rutschen und nicht hinter den Ohren drücken.
  • Federscharniere und flexible Kunststoffmaterialien halten dem Alltag stand.
  • Bei Kleinkindern hält ein weicher Kopfriemen oder gebogene Bügel die Brille zuverlässig an Ort.
  • Das Kind sollte die Fassung mitaussuchen dürfen – getragen wird, was gefällt.

Die passenden Gläser

Für Kinder sind bruchsichere Kunststoffgläser aus Polycarbonat oder Trivex Standard. Eine Entspiegelung verbessert das Sehen bei Kunstlicht und am Bildschirm, eine Hartschicht schützt vor Kratzern. Beim Sport im Freien ist ein UV-Schutz sinnvoll, im Schulsport eine eigene Sportbrille.

Damit die Brille getragen wird

  • Konsequent von Beginn an: die Brille gehört morgens auf die Nase, nicht nur zum Lesen.
  • In den ersten Tagen kurze, ruhige Tragephasen mit positiven Erlebnissen verbinden.
  • Fester Platz für Brille und Etui zu Hause und im Schulthek.
  • Sitz alle paar Monate beim Optiker nachjustieren lassen.
  • Nicht mit Kleidung putzen – Mikrofasertuch und Wasser genügen.

Kosten und Kontrollen

Bis zum 18. Lebensjahr beteiligt sich die obligatorische Grundversicherung im Rahmen der gesetzlichen Beiträge an Brillengläsern; Voraussetzung ist eine augenärztliche Verordnung. Die Werte ändern sich im Wachstum, deshalb sind Kontrollen in der Regel jährlich sinnvoll – bei Schielen oder Amblyopie häufiger.

Häufige Fragen zum Thema

Verschlechtert eine Brille die Augen?

Nein. Die Brille verändert das Auge nicht, sie korrigiert nur die Abbildung. Dass Werte im Wachstum zunehmen, liegt an der Entwicklung des Auges und nicht am Tragen der Brille.

Ab welchem Alter sind Kontaktlinsen möglich?

Medizinisch begründet bereits im Säuglingsalter, im Alltag üblich ab etwa zwölf Jahren, sobald das Kind Handhabung und Hygiene zuverlässig beherrscht.

Wie oft sollte die Brille kontrolliert werden?

In der Regel jährlich, bei Schielen, Amblyopie oder rascher Zunahme der Werte häufiger. Der Sitz sollte zusätzlich alle paar Monate beim Optiker geprüft werden.

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